„Wir führen unsere Kunden ins KI-Zeitalter"
Seit dem 1. Mai 2026 steht Jochen Moll an der Spitze derenventa Group. Er bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung in der europäischenSoftwarewirtschaft mit, davon über 15 Jahre in Führungsverantwortung. Wir habenmit ihm über seine ersten Wochen gesprochen – und darüber, was die enventaGroup für ihre Kunden auf dem Weg in eine von Künstlicher Intelligenz geprägteZukunft konkret leisten will.
Jochen Moll, Sie sind seit Anfang Mai CEO der enventa Group. Wie verliefen die ersten Wochen – und welche Erfahrungen aus Ihrer Laufbahn bringen Sie in diese Rolle ein?
Die ersten Wochen waren vor allem Wochen des Zuhörens, bei den Teams an unseren Standorten und bei Kunden. Mein Eindruck hat sich dabei schnell verfestigt: Hier treffen starke, tief in den Branchenprozessen verankerte Produkte auf ein Team mit echter Leidenschaft für den Mittelstand – und auf Kunden, die den Unternehmen der Gruppe seit Jahren die Treue halten. Ein außergewöhnlich stabiles Fundament, das die Geschäftsführung und das gesamte Team gelegt haben.
Was ich mitbringe, passt gut zu dem, was vor uns liegt. Bei Intershop habe ich eine Cloud-Transformation und den Weg zu modularen Produktarchitekturen verantwortet, als Chief Digital Officer der Sonepar Group die digitale Strategie eines der weltweit größten Elektrogroßhändler – also einer Welt, die viele unserer Handelskunden gut kennen. Und bei Atoria, Teil der Proalpha Group, habe ich drei spezialisierte Softwareunternehmen unter einer Plattform zusammengeführt. Genau dieses Muster – aus starken Einzelteilen ein integriertes Ganzes zu formen – ist für die enventa Group hochrelevant.

Was dürfen unsere Kunden in den nächsten Jahren erwarten? Wohin geht die Reise?
Klar in Richtung integrierte Gruppe. Unsere Kunden sollen nicht einzelne Produkte erleben, sondern einen Verbund, der zusammenwirkt – ERP, Finanzbuchhaltung, Cash Management und Business Intelligence, branchenspezifisch und aufeinander abgestimmt. Schlüsselprojekte wie die Cloud-Plattform enventa Business Hub und die darauf aufbauenden KI-Angebote entwickeln wir konsequent weiter.
Besonders wichtig ist mir dabei das entscheidende Versprechen an unsere Kunden: Investitionssicherheit. Wer heute mit einer unserer Lösungen arbeitet, hat in ein Fundament investiert, auf dem wir aufbauen – die bestehenden Systeme werden weiterentwickelt, der Business Hub erweitert sie. Eine Investition in enventa ist damit eine Investition in eine Plattform, die mit dem Unternehmen mitwächst.
Stichwort Künstliche Intelligenz: Wo liegen die Prioritäten – gerade in den ERP-Systemen, die ja das Herz der Anwenderunternehmen bilden?
Genau dort, denn das ERP ist das Herz des Unternehmens. Deshalb behandeln wir KI nicht als Schicht, die man über ein bestehendes Produkt legt. Wir bauen sie in die Branchenprozesse ein – in die automatische Disposition, die intelligente Sortimentsplanung, das vorausschauende Cashflow-Management. Das Branchenwissen aus Jahrzehnten steckt direkt im System: kein monatelanges Vorab-Training, kein Umweg.
Eine Unterscheidung liegt mir dabei am Herzen. Viele Anbieter sagen, sie begleiten oder unterstützen ihre Kunden bei KI. Unser Anspruch ist ein anderer: Wir wollen führen. Begleiten heißt nebenherlaufen. Führen heißt vorangehen – und Verantwortung für das Ergebnis übernehmen. Ein mittelständisches Unternehmen sollte nicht erst selbst zum KI-Experten werden müssen, um von KI zu profitieren. Diese Arbeit nehmen wir ihm ab. So entsteht auch Zukunftssicherheit: nicht dadurch, dass man jede neue Technologie mitnimmt, sondern dadurch, dass die Intelligenz dort sitzt, wo der Kunde ohnehin arbeitet – und sich Prozesse künftig zunehmend selbst optimieren, innerhalb klar definierter, nachvollziehbarer Grenzen.
Warum ist der Business Hub in der Cloud so zentral fürdie Umsetzung von KI in unseren Lösungen?
Weil KI eine Umgebung braucht, in der sie entstehen, wachsen und wirken kann – und weil sie eine gewaltige Rechenpower verlangt, die niemand hundertfach lokal installieren möchte. In der Cloud haben wir diese Beschränkungen nicht, können kontinuierlich weiterentwickeln, statt unsere Kunden von Versionssprung zu Versionssprung zu schicken, und es entstehen Synergien zwischen unseren Lösungen.
Konkret wird das an enventa EMMA, unserer KI-Agentin: Sie ist die zentrale Schnittstelle zum gesamten Ökosystem – in natürlicher Sprache und mit vollem Branchenkontext. Sie beantwortet nicht nur Fragen, sie erkennt Handlungsbedarfe und schlägt nächste Schritte vor, über ERP, Finance, Treasury und BI hinweg. Schritt für Schritt entwickeln wir den Business Hub so zur ersten branchenspezifischen Agentic Business-Plattform für den Mittelstand im DACH-Raum – mit spezialisierten Agenten für Einkauf, Mahnwesen, Liquiditätssteuerung oder Reporting, die eigenständig handeln und sich gegenseitig orchestrieren. Diese Zukunft bauen wir bewusst nicht für den Großkonzern, sondern gemeinsam für den Mittelstand.
Jochen Moll, herzlichen Dank für das Gespräch.